Milo + Jerry


28.06.2019: die beiden Clowns sind zusammen von der Pflegestelle aus Bulgarien zu uns gekommen. Wir waren uns nicht sicher ob Milo und Jerry wirklich gute Freunde sind und haben die einfach gut im Auge behalten. Und ja es sind gute Kumpel, und nicht nur das. Die beiden sind in Ihrem Verhalten uns Menschen und auch den anderen Miezen gegenüber sehr, sagen wir „speziell“. Jerry ist für uns Zweibeiner eine super aufmerksamkeits bedürftige Fußfalle, wir stolpern jeden Tag über diesen lustigen Kerl mit dem wir nie genug schmusen können. Milo will immer mit uns spielen und raufen. Das Katzenkrallen und Menschenhaut nicht die beste Kombi sind haben beide noch nicht so ganz verstanden, wir arbeiten daran und langsam werden die etwas vorsichtiger. 

Milo und Jerry respektieren sich, mögen sich, und genießen auch die Nähe zueinander. Zu anderen Katzen sind die beiden gerne mal echte Bullys, Rüpel, Stinkstiefel, na ja Du weißt schon was wir meinen. Zueinander sind die immer nett, oder es ist rein spielerisch. 

Besonders in Situationen wo beide etwas nicht kennen oder es ihnen Angst macht, hocken die ganz schnell zusammen. Also werden wir die beiden nie trennen.

 

Leider sind beide noch nicht fit genug, das wir sie online setzten können um ihnen ein Zuhause zu suchen. Beide haben seit Ihrer Ankunft bei uns Durchfall. Es wird langsam besser, ist aber noch weit entfernt von gut. Bevor der Durchfall nicht aufhört und auch nicht wiederkommt ist an eine Vermittlung nicht zu denken. Die nächsten Wochen werden zeigen ob die Behandlung weiter funktioniert.


update Milo 25.09.19: Milo geht es gut. Er wurde vor ca. 3 Monaten kastriert, seitdem hat er sich geändert vom Typ „Schulhofschläger“ zu „kleiner Rüpel“, besonders zu uns Zweibeinern ist er wirklich richtig lieb geworden. Alle anderen Miezen sind dafür wirklich sehr dankbar.

Er ist kräftiger geworden, hat noch mehr Muskeln aufgebaut und er sieht erwachsener aus.

Sein Handicap hat sich kaum verändert und es ist auch ganz klar, dass er nie normal mit allen Vieren laufen wird. Auch wenn er seine Hinterbeinchen öfters mal aufstellt zum Fressen oder wenn er sich umdreht. Er kann die Hinterbeine nicht wirklich gut steuern, er ist dann nur sehr langsam. Langsam ist aber nicht Milos Lieblingsgeschwindigkeit, also rast er die meiste Zeit nur mit Frontantrieb durch die Gegend.

Er ist immer noch in null Komma nix auf jedem Kratzbaum und jeder noch so hohen Kratztonne. Selbst die zwei Meter Tonne ist für ihn überhaupt keine Herausforderung. Wieder runter klettern von der Kratztonne ist halt nur was für andere Miezen, der fliegende Milo springt runter, landet auf allen vier Pfoten und rast auf zwei Pfoten dem nächsten Abenteuer entgegen. Der kleine wahnsinnige Milo hat gelernt das es sehr viel Spass machen kann sich wie in Zeitlupe, leise an andere Miezen heran zu schleichen, das dann wieder auf drei bis vier Pfoten, so ist er halt leiser. Um die dann plötzlich anzuspielen. Er geniesst richtig den Moment wenn die Mieze dann erschreckt losrennt und er hinterher flitzen kann. Sein Lieblingsopfer, ein junger schwarzer Kater kann dann kaum schnell genug weglaufen und wird fast immer von Milo noch erwischt. Der ist wirklich schnell mit seinem Frontantrieb. Einige Miezen mögen es mit Milo zu spielen, bei anderen sind wir uns sicher dass sie bald eine einstweilige Verfügung erwirken wollen.

Milo hatte auch sehr lange üblen Durchfall, für den wir keinen Grund finden konnten. Was immer es auch war, nach der Kastration plus natürlichem Darmaufbau und gutem Futter ist der Durchfall viel, viel besser geworden. Noch ist er nicht ganz weg, so lange warten wir noch mit der Suche nach einem neuen Zuhause, er soll erst ganz gesund sein. Wir brauchen noch etwas Geduld.

 

Milo:  Unsere Tierheilpraktikerin, die selbst gelähmte Katzen hat und hatte und Tierärzte haben sich Milo angeschaut, getestet, untersucht. Der kleine freche Kerl hat Allen bei den Untersuchungen eine geknallt und fand das alles total doof. Die Meinung aller und auch unsere Beobachtungen sind eindeutig, es gibt keine OP oder Behandlung, die ihm helfen könnte seine Hinterbeine wieder vollständig zu kontrollieren. Er hat definitiv Nervenschädigungen, wodurch er nicht ausreichend Kontrolle über seine Hinterbeine hat um laufen zu können. 

Wir konnten schnell feststellen das er im rechten Bein weniger Kraft und Gefühl hat als im linken. Sein linkes Hinterbeinchen hat auch stärker ausgebildete Muskeln. Da Katzen aufgrund Ihrer „Bauart“ es als viel leichter empfinden mit den Hinterbeinen über den Boden zu rutschen als sich die Mühe zu machen zu humpeln und Milo rechts wirklich kaum Kontrolle hat, wird er wohl für immer so bleiben wie er jetzt ist. Er bekommt natürlich homöopathische Unterstützung und extra Vitamine die bei solchen Lähmungen helfen können. Aber das er jemals richtig laufen kann erwartet niemand.

Selbst wenn wir die Zeit hätten mit ihm jeden Tag 2-3 Stunden laufen zu üben, würde es wahrscheinlich wenig bis gar nichts bringen. Und das findet der kleine Kerl richtig doof, macht nicht mit und wehrt sich. 

Das ist aber auch kein Grund für Mitleid, der kleine Kerl kommt so wie die meisten Katzen mit so einem Handicap super klar, er kann überall rauf klettern, kommt auch wieder überall runter, ist mega schnell und sein Fell schützt ihn an den Hinterbeinen sehr gut vor Schürfwunden. Wenn man Milo das erste mal sieht, ist es für die meisten ein schlimmer Anblick. Milo ändert diesen Ersteindruck bei den Menschen dann ganz schnell wenn er super schnell vom Kratzbaum klettert, schmusen kommt und dann wie der Blitz abhaut um eine Fliege zu jagen (die er auch oft fängt, igitt). Und den anderen Miezen gegenüber kann er sich sehr gut behaupten wenn es sein muss, wir müssen ihn sogar oft bremsen wenn er im abgesicherten Garten wieder irgendeiner ahnungslosen Mieze nur aus Spaß hinterher jagt.